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Die meisten Führungsprobleme sind Selbstführungsprobleme.

Sie entstehen dort, wo dein Unbewusstes die Führung übernimmt.



Warum übernimmt dieser Mitarbeitende keine Verantwortung?


Diese Frage höre ich regelmässig in Unternehmen.


Im Führungsteam. Im Coaching. In Gesprächen mit Vorgesetzten. Der Mitarbeitende denkt nicht mit. Er übernimmt keine Verantwortung. Er sieht die Probleme nicht. Er liefert nicht das, was erwartet wird. 


Und ja – manchmal stimmt das.


Doch bevor wir die gesamte Aufmerksamkeit auf den anderen richten, lohnen sich einige weitere Fragen:

  • Warum trifft mich das so stark?

  • Warum beschäftigt mich genau diese Person?

  • Warum löst dieses Verhalten Frustration, Ärger oder Druck in mir aus?


Denn nicht jeder Mitarbeitende bringt uns aus der Balance. Und auch nicht jede Kritik beschäftigt uns tagelang. Meinungsverschiedenheiten sind oft anstrengend. Aber sie rauben uns nicht immer unsere Energie.

Manches nehmen wir wahr und bearbeiten es sachlich. Anderes trifft in uns einen empfindlichen Punkt. Einen Punkt, der häufig mehr mit uns selbst zu tun hat, als uns lieb ist.


Genau hier beginnt Selbstführung.


Denn die entscheidende Frage lautet oft nicht:

Warum übernimmt dieser Mitarbeitende keine Verantwortung?


Sondern: Wo übernehme ich selbst keine Verantwortung?


  • Für meine Erwartungen.

  • Für meine Kommunikation.

  • Für meine Klarheit.

  • Für meine Grenzen.

  • Für die Emotionen, die diese Situation in mir auslöst.

  • Für das, was ich glaube.

  • Für die Geschichte, die ich mir über diesen Menschen erzähle.


Das ist unbequem. 


Und gleichzeitig wird genau hier etwas Wesentliches sichtbar:

Wie oft übernehmen wir keine Verantwortung, obwohl wir es eigentlich möchten?


Wir lehnen die Verantwortung nicht absichtlich ab. Sondern weil uns wesentliche Teile unseres eigenen Erlebens gar nicht bewusst sind.


Wie soll ich Verantwortung für Erwartungen übernehmen, die mir nicht bewusst sind?


  • Für Kommunikationsmuster, die automatisch ablaufen?

  • Für innere Überzeugungen, die mein Denken und Handeln steuern, ohne dass ich sie erkenne?

  • Für Ängste, Verletzungen oder Schutzstrategien, die im Hintergrund wirken und meine Reaktionen beeinflussen?


Was unbewusst ist, entzieht sich zunächst unserer Verantwortung.

Es ist nicht so, dass wir uns davor absichtlich drücken würden oder uns gezielt aus der Verantwortung stehlen. Es geschieht, weil wir es noch nicht sehen können.


Deshalb beginnt Entwicklung nicht bei der Frage:

Wie übernehme ich mehr Verantwortung?


Sondern bei der viel grundsätzlicheren Frage:

Was ist mir überhaupt noch nicht bewusst?


Denn erst was sichtbar wird, kann erkannt und verstanden werden.

Erst was verstanden wird, kann angenommen werden.

Nur was angenommen wird, kann verändert werden.

Und erst dann wird echte Verantwortung möglich.


Genau das ist einer der grössten blinden Flecken in der Führungskräfteentwicklung.


Die meisten Programme beschäftigen sich mit der Frage, wohin sich Menschen entwickeln sollen.


  • Welche Kompetenzen fehlen?

  • Welche Fähigkeiten sollen gestärkt werden?

  • Welche Werkzeuge sollen gelernt werden?


Das ist wichtig.


Doch viel seltener stellen wir eine andere Frage:

Von was entwickeln wir Menschen eigentlich?


  • Von unbewussten Mustern.

  • Von automatisierten Reaktionen.

  • Von begrenzenden Überzeugungen.

  • Von alten Schutzstrategien.


Wir sind komplett verwickelt in den Denk-, Sprach- und Verhaltensmustern, die längst nicht mehr zu unserer heutigen Realität passen.


Denn was unbewusst wirkt, führt mit. Was unbewusst wirkt, hat Macht über mich. 


Diese Macht führt mich und beeinflusst jede Entscheidung, jede Kommunikation und jede Form meiner Führung.


Ob ich mir dem bewusst bin, oder nicht. Diese Macht bestimmt unbewusst meine Art von Führung. Meine Art von Kommunikation.


Viele Führungskräfte investieren Jahre in Methoden, Kommunikationstechniken und Führungsinstrumente. Das alles hat seinen Platz.


Doch keine Methode kann dauerhaft kompensieren, was in deinem Inneren ungeklärt bleibt.


Ungelöste Spannungen zeigen sich früher oder später.


  • In Kontrolle.

  • In Mikromanagement.

  • In Ungeduld.

  • In übermässiger Kritik.

  • In unausgesprochenem Druck.


Die Mitarbeitenden erleben die Wirkung. Auch wenn die Ursache verborgen bleibt.


Deshalb beginnt Leadership für mich nicht bei der Führung anderer Menschen.


Leadership beginnt bei der Fähigkeit, sich selbst ehrlich zu begegnen.

Den eigenen Mustern. Den eigenen Emotionen. Den eigenen blinden Flecken.


Denn der Mitarbeitende vor dir ist nur selten die ganze Ursache.

Manchmal ist er vor allem eines: Ein Spiegel.


Und manchmal ist genau dieser Spiegel das grösste Geschenk für deine Entwicklung als Führungskraft.



Die Qualität deiner Führung zeigt sich nicht darin, wie gut du andere führst.Sondern darin, wie bewusst du mit dem umgehst, was andere in dir auslösen.


Danke fürs Lesen.

Alex

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